Jetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der die Räder am Fahrzeug gewechselt werden müssen. Mit den Bordwerkzeugen zum Radwechsel ist das allerdings recht mühsam. Die beim Fahrzeug mitgelieferten Werkezeuge sind zwar gut genug, um im Notfall mal einen Radwechsel vorzunehmen. Aber wenn gleich alle 4 Räder gewechselt werden müssen, bieten diese zu wenig Komfort. Egal, ob die Sommerreifen mit Winterreifen getauscht werden oder umgekehrt: Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln und besserem Werkzeug können Sie das selber machen und dabei eine Menge Geld sparen.

Warum überhaupt die Räder wechseln?

Das Gesetz schreibt vor: Winterreifen, oder auch Reifen die der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen, müssen genutzt werden, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ vorherrscht (§ 2 Absatz 3a StVO).

Faustregel als allgemeine Richtschnur: Von O(ktober) bis O(stern) ist die Verwendung von Winterreifen angesagt.
Weitere Infos zur Winterreifenpflicht finden Sie hier:
https://www.bussgeldkatalog.org/winterreifenpflicht/

1. passendes Werkzeug : Das vorhandene Bordwerkzeug reicht in der regel aus, da ein wagenheber und ein Radschlüssel mitgeliefert werden, aber:

erleichtern die Arbeit enorm.

2. Sicherheit

Damit der Wagen nicht wegrollen kann, sollten Sie die Handbremse anziehen und den Rückwärtsgang einlegen. Das Fahrzeug steht an abschüssiger Stelle? Dann sicherheitshalber noch Keile an der Talseite unter die Räder legen.

3. Radwechsel selber machen

Zuerst an allen 4 Rädern jede Radmutter mit dem Radkreus lockern, ca. 1/4 bis 1/2 Umdrehung.
Bei lockerem Untergrund (Erde, Kies, Schotter) eine Unterlage für den Wagenheber verwenden.

  • Dann je Rad:
    Den Wagenheber an der markierten Stelle am Einstiegschweller ansetzen und das Fahrzeug so weit anheben, dass das Rad nicht mehr am Boden steht. Siehe auch Betriebsanleitung des Fahrzeugs.
  • Rad abnehmen und die Position des Rades mit Kreide am Reifen kennzeichen (vl, vr, hl, hr)
  • Das Neue Rad ansetzen. Dabei noch überprüfen, ob es Reifen mit spezieller Laufrichtung sind. Diese dürfen nicht entgegen der Laufrichtung montiert werden. Wenn beim letzten Wechsel alles richtig gemacht wurde, dann ist das Rad auch entsprechend gekennzeichnet.
  • Mit dem Radkreuz die Radmuttern oder die Radbolzen grob anziehen. Dann das Fahrzeug wieder herunterlassen und mit dem nächsten Rad weiter machen.
  • Alle Räger mit dem Drehmomentschlüssel richtig anziehen.  Der Drehmomentschlüssel hilft dabei, die Radmuttern mit der richtigen Stärke anzuziehen, so dass sich die Muttern normalerweise nicht lösen können. Und dass diese nicht so fest angezogen werden, dass sie sich beim nächsten Mal nicht mehr lösen.

Welchen Wert /Kraft verwenden Sie beim Anziehen mit dem Drehmomentschlüssel?

Eine Übersicht für die wichtigsten PKW-Modelle finden Sie hier:
https://www.reifensuchmaschine.de/drehmoment/reifenwechsel-drehmoment.htm

Alle Räder nach ca. 50 – 100 km nachziehen

Damit sich die Räder nicht wieder lockern, sollten sie auf jeden Fall alle Räder nach 50-100 km mit dem Drehmomentschlüssel nachziehen. Danach ist das Fahrzeug – zumindest aus Sicht des Radwechsels – wieder fit für die Straße.

Reifen richtig lagern

Die Reifen sollten nicht übereinander liegen, oder an einer Stelle auf der Lauffläche. Für den privaten Gebrauch sind zu empfehlen:

 

Ein weiterer Vorteil: Gerade mit den Felgenhaltern können Kompletträder z.B. an der Wand in der Garage so aufbewahrt werden, dass in der Garage selbst kein Platz verloren geht. Das spart wiederum bares Geld, weil die Räder nicht extern gegen Kosten aufbewahrt werden müssen.